Teich statt BMW

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  • Fischbach-Göslikon: Ruedi Weber ist leidenschaftlicher Teichbauer


    Schon früh erkannte Ruedi Weber seine Passion. In seinem Garten hat er einen Teich gebaut, der 120'000 Liter Wasser enthält. An der tiefsten Stelle ist er drei Meter tief. Der 30-jährige hat viel geopfert, um so weit zu kommen. "Ich dachte manchmal, ich schaufle mein eigenes Grab", erinnert sich der Fi-Göler.
    (Quelle: Wohler Anzeiger, Lisa Stutz)

  • "Ich war schon immer ein Fisch- und Wasserfreund“

    Das Wasser ist klar. Ruedi Weber streckt einen Finger ins Wasser. Ein orangefarbener Fisch kommt näher, ihm schliessen sich andere an. Sie hoffen wohl auf Futter. „Ich war schon immer ein Fisch- und Wasserfreund“, sagt Ruedi Weber und blickt über seine Teichlandschaft.
    Die Teichlandschaft, die er selber gebaut hat, in die er zig Stunden und viel Geld investiert hat. „Ich hatte Phasen, in denen ich zuerst Teichmaterial gekauft habe und erst dann mein Essen“, sagt Ruedi Weber. Und beschreibt, wie alles begann: „Als Bub bin ich oft fischen gegangen. Es war immer der Wunsch da, dass ich die Fische, die ich gefangen habe, zu Hause irgendwo hineintun konnte.“
    Im Garten des Elternhauses in Niederwil, in den Sandkästen der Kollegen – Ruedi begann, überall kleine Teiche zu bauen, wo er konnte. „Ich habe ein Loch gegraben, es mit Plastik ausgelegt, mit Wasser gefüllt und meine gefangenen Fische hineingetan“, lacht er heute. Gleichzeitig war es sein Hobby, mit Steinen zu arbeiten. „Ich war immer kreativ. Genauso wie das Wasser hat es mir der Naturstein angetan“, erzählt er. So zieren heute zahlreiche selber angefertigte Skulpturen Ruedi Webers Teichlandschaft – sein „Baby“.

  • Kein Geld und keine Erfahrung

    Ruedi Weber begann eine Lehre als Steinmetz. „Hier konnte ich das Formen mit Stein ausleben. Und das Ganze mit Wasser kombinieren, wenn ich zum Beispiel einen Brunnen oder einen Teich gestalten musste.“ In der Freizeit baute er weiterhin Teiche. Bis er nach der Lehre mit seinem Vater ins ehemalige Haus der Grosseltern in Fischbach-Göslikon zog. „Das Erste, was ich hier gemacht habe, war, einen Teich auszustecken“, erinnert er sich. Das war vor dreizehn Jahren. „Ich hatte kein Geld und keine Erfahrung. Aber eine riesengrosse Idee.“ Um sich zu informieren, besuchte er regelmässig einen Teichshop in Villmergen. „Bis mich der Geschäftsführer fragte, was ich mache und wer mir dabei hilft.“ Er ging sich Webers Projekt anschauen und fragte, ob er ihn einstellen dürfe. „Ich wurde aufgenommen wie ein Sohn. Bei der Aquarium und Teich AG haben sie mir die technische Seite vom Teichbau beigebracht.“
    Filter, Umwälzung, Biologie, Wasserchemie – für Ruedi Weber war das wie eine Zweitlehre. „Plötzlich konnte ich mein Steinmetzwissen mit dem Teichbau kombinieren. Das war grossartig“, sagt er.
    Neben seinem Beruf, bei dem er Teiche baute, arbeitete er zu Hause weiter an seinem eigenen Projekt.

    „Wenn ich irgendeine verrückte Idee hatte, dann probierte ich sie zu Hause auf eigenes Risiko aus, dass es bei den Kunden dann klappte.“

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  • Sein Motto: Der Weg ist das Ziel

    Seit dreizehn Jahren ist Ruedi Weber dran, an seinem eigenen Teich. Seit zweieinhalb Jahren gehören das Haus und das Grundstück ihm. Er hat es gekauft, nachdem sein Vater gestorben war. „Mein Teich ist ein ewiges Projekt, er ist nie fertig“, sagt er. Und das ist nicht negativ gemeint. „Mein Motto bei meinem Teich ist: Der Weg ist das Ziel“, lacht er.

    Dieser Weg hat ihm viel Spass gemacht, ihn viel gelehrt. Doch auch schlechte Erfahrungen gehörten dazu. „Ich wurde oft ausgelacht. `Kauf dir lieber einen BMW mit dem Geld`, haben mir einige gesagt. Doch ich wollte keinen BMW, ich wollte einen Teich.“
    Ruedi Weber ist gegen den Strom geschwommen. „Ich wollte niemanden beeindrucken.“
    Heute ist er froh, dass er nie aufgegeben hat und seiner Linie treu geblieben ist. Auch wenn er viel leiden musste: „Ich hatte schlimme Phasen, auch finanziell. Ich dachte zum Teil, ich schaufle mein eigenes Grab“, sagt er. Alles, was er hatte, investierte er in seinen Teich. „Ich habe auf Ferien und alles verzichtet, Ich wollte einfach vorwärtskommen“, so Ruedi Weber.
    Er erfreue sich nun jeden Tag an seinem Teich, ob Sommer oder Winter. „Das Teichbauen, vor allem das Vereinen von Natur und Technik, mit Naturstein ist meine Passion.“

  • Ideen, Energie, ganz viel Herzblut

    Ruedi Weber ist sich sicher: Wenn ein Teich gut gemacht ist, wird er mit den Jahren immer schöner. Diese Freude möchte er nun auch anderen schenken. „Ich bin daran, mich selbstständig zu machen“, verrät er. Er will als Selbstständiger alles machen, was mit Wasser und Natursein zu tun hat. „Das können Teiche sein, aber auch Brunnen oder Badezimmer“, erklärt er. Er habe Ideen und Energie. „Und Herzblut, Ohne das geht es nicht.“

    Er wisse nicht, was in der Zukunft alles auf ihn zukommen wird. „Doch was ich weiss: Teiche sind genau mein Ding“, lacht Ruedi Weber